Kunst und Weltfrieden :)

Hallo Ihr,

ich habe gerade zwei wunderbare Beispiele gesehen für den Sinn von Poesie bei der Veränderung gesellschaftlicher Umstände.

Ein Artikel über die Poesie von Frauen in Afghanistan- die Situation erinnert mich an die Frauenbewegung in Deutschland. Neulich hat mir eine gute Bekannte von der Zeit erzählt. Sie war selbst aktiv und ist heute über 60. Damals haben die Frauen auch viel viel auf’s Spiel gesetzt, indem sie z.B. Bibel-Stellen heraus gesucht haben. Anschließend haben sie diese den Mächtigen in der Kirche vorgelegt und bessere Umstände gefordert. Das war damals nicht einfach so mal eben gemacht, die Frauen haben viel Mut und Idealismus gebraucht, weil es gesellschaftlich ihren gesamten Status und ihre bisherige Existenz kosten konnte. Sie konnten aus der Kirche ausgeschlossen werden und der ganzen städtischen/dörflichen Gemeinschaft, sie hatten viele Gegner neben sich. Und trotzdem haben sie es gemacht und dafür gesorgt, dass wir Frauen in Deutschland heute so frei leben können. Noch in den 70ern konnten Männer ja tatsächlich die Arbeitsverträge ihrer Frauen kündigen ohne deren Zustimmung. Deshalb finde ich das so großartig, was die Frauen in Afghanistan gerade durch ihre Poesie machen ❤

http://www.csmonitor.com/World/Making-a-difference/Change-Agent/2013/0722/Afghan-women-write-powerful-poetry-even-amid-war

Und das ist mir gerade auch zufällig über den Weg gelaufen und passt so schön dazu *g*

Qualitativ ist es sicher nicht das hochwertigste, aber der Inhalt dafür besonders schön finde ich.

Liebe Grüße

Diana

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Film und Internet

Filme und Internet

Wie definiert man eine Serie? Welche Vorteile bietet das Konzept „Serie“? Was ist Quality-TV und welche Rolle Spielt bei all dem das Internet?

Die Grenzen zwischen den Medien scheinen mehr und mehr zu verschwimmen. Bücher sind längst nicht mehr auf ihr ursprüngliches Druckformat begrenzt, Smartphones ermöglichen es nicht an einen Computer gebunden zu sein um im Internet zu surfen und auch der Film beschränkt sich längst nicht mehr auf das altbekannte Fernsehgerät im Wohnzimmer. Ob man nun Kinofilme aus dem Internet auf dem TV Gerät sehen möchte oder Fernsehen im Internet spielt keine Rolle, alles ist möglich und die Grenzen zwischen den Medien scheinen sich aufzulösen.

Was ist eine Serie?

Bedienen wir uns hier des Internets so erhalten wir im Duden online zunächst einmal die Information, dass es sich bei einer Serie um „inhaltlich, thematisch zusammengehörende Folge von Sendungen, Veröffentlichungen von Büchern, Artikeln o. Ä. die in meist regelmäßigen Abständen erfolgen“ handelt. Und als Beispiel wird der Satz „Nächste Woche beginnt eine neue Serie“ genannt. (vgl.: http://www.duden.de/rechtschreibung/Serie)

Anders als ein Film also, wird eine Serie fortgesetzt und die Handlung und die Handlung erstreckt sich über mehrere Folgen.

Allerdings lässt sich dieses Konzept nicht nur im Fernsehen sondern auch schon im Groschenroman und ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Heftromanen wiederfinden. Sie waren einfach und unterhaltsam geschrieben und wurden eher der Trivialliteratur zugeordnet. Auch in Deutschland seinerzeit sehr bekannt sind zum Beispiel die Western Romanhefte der 50iger Jahre über den berühmten Bison Jäger Buffalo Bill. Durch diese Hefte wurden viele Klischees über den Wilden Westen verbreitet.

(Quelle: http://www.romanhefte-info.de/bilderweitere4/buffalobill_21_300.jpg)

TV Serien haben im Vergleich zu Druckformaten andere Möglichkeiten und Rahmen. Jens Wollig klassifiziert Serien nach formalen Kriterien wie der Anzahl der Folgen, Intensität der Verknüpfungen zwischen den Folgen und der Abgeschlossenheit der Serienhandlung und kommt dabei auf die Unterbegriffe Reihe, Miniserie, Episodenserie, Fortsetzungsserie und Endlosserie. Als Beispiel für eine Reihe wäre der Tatort zu nennen, die Serien hängen nicht zusammen und sind nur gering Verknüpft. Der Vierteiler „Die Schatzinsel“ ist durch die geringe Folgenanzahl und die starke Intensität der Verknüpfung zwischen den Folgen der Miniserie zuzuordnen wohingegen der Begriff der Episodenserie mehr Folgen (oft Staffeln) und eine weniger starke Verknüpfung der einzelnen Folgen umfasst. Die Fortsetzungsserien sind im Vergleich dazu sehr stark miteinander verknüpft (auch Zopfmuster genannt) und die Serienhandlung als Ganzes ist abgeschlossen. Zu guter Letzt wäre hier noch die Endlosserie zu nennen die sich durch eine sehr intensive Verknüpfung der einzelnen Folgen, die übrigens meist täglich ausgestrahlt werden, kennzeichnet. Beispiele hierfür wären GZSZ und die Lindenstraße.

Eine weitere Klassifizierung liefert der Amerikaner Robert J. Thompson der 1996 in seinem Buch „Television’s Second Golden Age: From HILL STREET BLUES to ER“ zwölf Merkmale für Qualitätsserien aufstellt.

  • Unterscheidung zwischen Episoden- und Qualitätsserien nach Thompson

Qualitätsserien…

    1. heben sich von etablierten Fernsehnormen ab
    2. werden von Künstlern gemacht
    3. sprechen ein gehobenes Publikum an
    4. haben niedrige Einschaltquoten
    5. haben ein großes Figuren-Ensemble, multiple Plots und stellen unterschiedliche Perspektiven dar
    6. haben ein Gedächtnis
    7. kombinieren bestehende Genres zu einem neuen
    8. sind literarisch und autorzentriert
    9. sind selbstreflexiv
    10. behandeln kontroverse Themen
    11. versuchen, realistisch zu sein
    12. werden hochgelobt

Die Rolle des Internets

In Bezug auf Qualitätsserien spielt auch das Internet eine wichtige Rolle, ein weiteres Kriterium der Qualitätsserie ist, dass sehr viel Mitgedacht werden muss. Die Möglichkeit Serien mehrmals oder verpasste Serien überhaupt anzusehen ist für Qualitätsserien unabdingbar. Im Vergleich zu Qualitätsserien dienen sogenannte Sitcoms eher der leichten Unterhaltung bei denen man nicht den Anschluss verliert falls eine Folge verpasst wird.

Generell ermöglicht das Internet die weltweite Rezeption von Serien. Inzwischen fallen häufig sogar die konventionellen Medien als Sprungbrett zum Internet weg, und Serien werden nicht mehr im Fernsehen entdeckt und online weiterverfolgt, sondern gezielt im Netz, häufig in der Originalsprache gesehen.

Warum funktionieren Serien oftmals so gut?

Ein großer Vorteil an Serien ist, dass man die einzelnen Charaktere nachdem sie anfangs vorgestellt wurden über mehrere Folgen hinweg erhalten bleiben. Der Zuschauer kann also über mehrere Folgen hinweg eine Beziehung zu ihnen aufbauen und Freud und Leid teilen. Die psychologische Probleme eines Charakters können tiefer ausgeleuchtet werden und dadurch Interesse und intensive Identifikation hervorrufen. Es findet also eine stärkere Bindung des Konsumenten an ein Produkt statt. Eine Serie im neuzeitlichen Sinn überschreitet die medialen Grenzen oftmals. (Bsp.: nachträgliches Buch zur Serie „The Bro Code“ zu How I met your Mother.

Distributionsmöglichkeiten im Internet

  • Peer-to-Peer-Netzwerke (P2P)

  • TV over IP
  • FTP (File Transfer Protocol)
  • Video / TV on demand
  • Dominanz von urheberrechtlich geschützten Inhalten
  • Unterschied zu Web 2.0-Angeboten ist, dass diese von vornherein zum Mitmachen konzipiert wurden

Serien können „second frame/indirekten Serial Frame“ müssen „direkten Serial Frame haben“

Direkter Frame: Episodentitel, Intro, Rückblick (Previously on…), Outro, Vorschau auf die nächste Folge (Next week on…)  nicht alle Elemente müssen zwingend vorhanden sein

Indirekter Serial Frame: –für den Rezipienten optional, Rezipient kann aktiv eingebunden werden, Möglichkeit narratologischer Erweiterung o. Mitgestaltung (Umfragen im Internet wie Serien ausgehen soll)

Bsps. Für indir. Serial Frame:

-Videos von Schauspielern die selbst Kommentare zu best. Serien abgeben,

-Simpsons Vorletzte Folge fragt wer „Lindas“ (?) neue Frau werden soll  Zuschauer haben entschieden,

-Zusatzmaterial auf DVD

– Webisode (nichts was man braucht um Serie zu verfolgen/verstehen

– Apps die Hintergrundinfo zu Serie liefern

Jump the Shark“

  • Begriff kommt aus amerikanischer Serie „happy days“, Folge in der jmd. mit Schere über Hai springt,
  • Bezeichnet den Zeitpunkt ab dem eine Serie abbaut/ an Qualität verliert

Film und Internet – über das Seminar hinaus

Kunst und Film gehören in vielerlei Hinsicht zusammen. Auch hier gibt es gute und schlechte Kunst. Filme die verschiedenen Geschmäckern gerecht werden, und jeweils auf bestimmte Zielgruppen abzielen. Der Unterschied zu anderen „Kunstrichtungen“ ist vielleicht auch die, das bei einem Film nicht nur ein Künstler vom „Fach“ am Werk ist, sondern viele verschiedene Künstler von verschiedenen Bereichen der Kunst. Es fängt meist bei dem Buchautor an, der das schriftliche Werk („Fundament“) liefert. Ein zweiter Autor überarbeitet das Stück/ Buch/ Roman etc. dann soweit, dass es Filmreif ist. Der Regisseur, die Schauspieler, die Kameramänner (Ton, Bild etc.) und auch die Städte, die die Drehorte freigeben erfüllen alle ihre Aufgabe zum Kunstwerk. So entsteht ein Kunstwerk „Film“ mithilfe von ganz vielen Kunstformen und Künstlern.

Doch der Film hat zudem noch eine weitere entscheidende Rolle. Er wird überwiegend nicht nur produziert um Kunst zu erschaffen, sondern um auch Geld zu verdienen. Bei klassischen Gemälden oder Skulpturen z.B. ist dies nicht immer der Fall- da man zu Beginn nie weiß wie es sich „verkauft“.

Der Film zielt mit der Absicht schon darauf ab, was gerade modern und im Trend ist, was ankommen kann bei der Masse und was ein richtiger „Kassenschlager“ werden würde.

Nur leider zieht die Zeit der Schnelllebigkeit und des Internets massive Belastungen der Filmbranche mit sich.

Die Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Hamburg führten eine Studie durch, die die Verluste der Filmindustrie auflistet und berechnet hat. Noch nie gab es so viele illegale Downloads und Raubkopien wie in der heutigen Zeit. Der Schaden schlägt sich drastisch auf die Kinogeschäfte, den DVD- Verleih und Verkauf nieder. Kinos hätten laut den Berechnungen der Universitäten im Jahr 2005 94 Millionen Euro mehr Gewinn erzielen können. Das Videotheken- Geschäft könnte mit rund 28 Millionen Euro im Jahr ohne Raubkopien etc. mehr Verdienst machen. 2005 wären es für die Produktionsstudios 71 Millionen Euro mehr Verdienst gewesen durch den Verkauf von DVDs.

Man könnte natürlich fast meinen, dass die Filmindustrie ja ohnehin nicht schlecht Gewinn erbringe, und den „Verlust“ verkraftet noch ja. Doch egal wie viel Verdienst gerechtfertigt wäre und wie viel nicht, das liegt nicht im Urteil des Konsumenten. Denn jeder der einen Film schaut ob im Kino, daheim oder am Laptop, der nutzt in diesen Minuten das Kunstwerk eines (bzw. mehreren) Künstlers (Künstlern). Und wenn dieser die Bedingung stellt, dafür zu zahlen, muss das akzeptiert werden. Es steckt nicht nur viel Arbeit in der Produktion, sondern auch viel Geld.

Das Internet gestaltet die Sache nicht einfacher. Durch die hohe Anonymität im Netz ist es beinahe jedem möglich, sich alles anzusehen wann er/ sie es möchte. Und wer es eben nicht weiß, kennt mindestens einen Bekannten oder Bekannte, die eine “Sicherheitskopie” zu verschenken hat.

Die Filmindustrie versucht dem natürlich entgegen zu wirken mit edlichen Kampagnen und Hinweisen auf DVDs und/ oder im Kino. Durch die schnelle Verbreitung von gerade erst erschienenen Kinofilmen im Internet, ist die Filmbranche dazu gezwungen, Filme so früh als möglich, als DVD zu veröffentlichen. Das ist auch dank der neuen Technik möglich.

Aber auch einige Vorteile sind in der Beziehung von Film und Internet zu entdecken. Menschen sind nicht mehr zeitgebunden am Fernseher gefesselt, wenn man eine bestimmte Serie sehen möchte. Dank den Webseiten der Fernsehsender (z.B. RTL NOW) ist es möglich, bestimmte Serien, Filme und Live Shows auch nachträglich anzuschauen und das völlig legal und kostenfrei. Eine weitere Möglichkeit liefern die Sender, mit einem kleinen Aufpreis weitere Filme etc. anzuschauen. Zudem gibt es auch viele Portale und Anbieter, die Online DVDs verleihen und Filme für ein einmaliges Anschauen freischalten (z.B. Maxdome), gegen Gebühren. Die Filmindustrie zieht nach und rüstet sich, den Konsumenten ein schlechtes Gewissen zum Thema illegale Raubkopien einzubläuen und es ihm gleichermaßen so bequem als möglich zu gestalten, legal an den „Stoff“ zu kommen. Zukünftige Studien und Veröffentlichungen werden zeigen, ob dieser technische und strategische Umbruch Wirkung zeigt.

Rechtliche Konsequenzen

Natürlich bleibt das ganze nicht unbestraft. ZU Beginn der „Raubkopierer Welle“ wurden hauptsächlich Personen zurückverfolgt, die dies zum gewerblichen Verdienst nutzten. Nachdem das Ausmaß dann nach und nach der Filmindustrie bewusst wurde machte diese natürlich Druck beim Staat. So kommen immer mehr Privatpersonen mit Eigenbedarf ins Visier der zahlreichen Ermittlungen der Polizei. Kopien und Verletzungen von Urheberrechten bei Privatpersonen werden mit einer Geldstrafe bis hin zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet. Vermehrung von Film- (&Musik-) -material zu kommerziellen Zwecken werden sogar mit bis zu fünf Jahren bestraft. In den letzten Jahren treten immer mehr Fälle in die Öffentlichkeit, die die Masse davon abhalten sollen, Urheberrechte in jeglicher Form zu verletzten.

Auf dieser Seite findet ihr einen interessanten Kurzfilm zum Thema:

www.no-copy.org/abspielen.html

(Geschichte der Raubkopien)

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Eingeordnet unter 08. Sitzung - 25.06.

Ein kleiner Versuch zur Systematisierung des Fragen-Urwalds

Liebe Seminarteilnehmer*innen, liebe Leser*innen,

während der vergangenen Monate haben wir gemeinsam versucht eine große Bandbreite an Phänomenen zu diskutieren, die sich allesamt im Spannungsfeld verschiedener Erzählformen und Rezeptionsprozesse mit Bezug auf das Internet verorten lassen. Wie ich finde, bot die stets lebhafte Diskussionskultur im Seminar eine ideale Umgebung zur Ergründung neuester Entwicklungen auf diesem Sektor. Ohne Zweifel sind unsere vielschichtigen und bisweilen ausufernden Unterhaltungen natürlich noch längst nicht an ihr Ende gelangt. Jedes unserer Themen brachte vielmehr eine Fülle weiterer Fragestellungen mit sich. Aufgrund Eures spürbar vorhandenen Interesses hoffe ich, dass dieser Blog – nun da wir uns nicht mehr wöchentlich Face-to-Face aneinander abarbeiten werden – eine gute Möglichkeit zur Fortsetzung unseres kleinen Projekts darstellt!

Ausganspunkt des Kurses bildeten eine Reihe von Fragestellungen, welche einerseits grundlegende Entwicklungen im Bereich „digitaler/digitalisierter Narrative“ in den Fokus rückten und sich auf der anderen Seite stets einer gewinnbringenden Verknüpfung (literatur-) wissenschaftlicher Instrumente bei der Untersuchung sozio-kultureller sowie technologischer Transformationsprozesse verpflichtet sah. Interessiert an der Problematisierung der Frage nach:

  • der Bedeutung digitaler Kulturpraktiken,
  • den Konsequenzen für die Literaturwissenschaft(en)
    • gattungstheoretische Überlegungen
    • Autorenschaft
    • Interdisziplinarität
    • Interkulturalität
  • sowie generell an der Sprache & den Zeichen des „digitalen Zeitalters“

machten wir uns anhand etlicher Beispiele aus der Sphäre des Internets auf die Suche. Im Folgend möchte ich einige wichtige Ergebnisse unserer Erkundungsreise kurz zusammenfassen.

–       Begonnen haben wir unseren Spaziergang ins „erzählende Netz“ mit der Frage nach der Unterscheidung von Werk und Text im Sinne Roland Barthes. Der klassische Werk-Begriff ist aufgrund seiner prinzipiellen Abgeschlossenheit nicht länger von zentraler Bedeutung im Zeichen digitaler Textszenarien. Ein auf allzu manifeste Autorenschaft verzichtender, glokale Rezeptionsprozesse und Multimodalität beinhaltender Textbegriff ist narrativen Phänomen des digitalen Zeitalters weitaus angemessener.

–       Der Lesevorgang im Raum des Digitalen muss mit einer Modifikation der theoretischen Grundüberlegungen desselben einhergehen: Erzeugungsvorgänge des Erwartens (Protention) und Erinnerns (Retention) müssen auf interkulturelles, intermediales und hochgradig intertextuelles Erzählen angepasst werden.

–       Ein weitgefasster Narrations-Begriff, der nicht auf von vornherein festgelegte Rezeptionsmechanismen abzielt, sondern vielmehr von einer polyvalenten Vermittlung von multimedialen Inhalten und Formen ausgeht, scheint für die Beschreibung digitaler Literaturen, aufgrund seiner Offenheit auch gegenüber der nicht schriftlichen Materialität des Literarischen vielversprechender, als ein traditionelles Textverständnis. Allerdings zeigt sich an dieser Stelle aber gleich zu Anfang, dass terminologische bzw. definitorische Untiefen mit der Etablierung neuer wissenschaftlicher Zugriffe Hand in Hand gehen und das Ausloten eines neuen Feldes mittels erst noch zu entwickelnder Kategorien ein durchaus diffiziles Unterfangen darstellt.

–       Welche „Narrative“ haben wir gelesen und wie wurde das versucht? Memes, Blogs, hypertextuelle Text-Experimente, serielle Film-Formen, Figurentypen, Pop-Lyrics und die Bildwelten einer ästhetischen Guerilla strapazierten gleichermaßen die Vorstellung davon, was Text heute sein kann und weckten hoffentlich das Interesse für die Entwicklung neuer Merkmale gegenwärtiger Skripturen.

–       Definitorisch starteten wir mit technologischen Entwicklungen und ideologischen Anschauungen im Bezug auf das Internet: diskutierten enzyklopädische Utopie, die Rolle „sozialer Kommunikationsmedien “ und die ökonomische Dimension unseres Forschungsgegenstandes.

–       Anhand von Walter Benjamins Überlegungen zum „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ ließen sich Fragen nach der „Aura“, der Authentizität im Hinblick auf die Wirkung von Kunst, mit „Neuen Medien“ in Bezug setzen und erkunden, ob und inwiefern die Digitalisierung künstlerischer Weltwahrnehmungen 1. das Wesen derselben grundlegend verändern und 2. welche Rolle gesellschaftlichen Entwicklungen aufgrund technologischer Innovationen zugedacht werden kann.

–       Ein aussagekräftiges Phänomen zur Beschreibung „global“ zirkulierender und lokal angeeigneter Narrative bot uns die Beschäftigung mit Internet-Memes. Auf Grundlage der semiotisch ausgerichteten Theorie des Theatralen von Erika Fischer-Lichte ließen sich Memes im Sinne eines relationalen Zeichenbegriffs verstehen, wobei sich die Produktion von Bedeutung, die Kommunikation sowie die Vermittlung derselben gleichzeitig ereignen. Die Semiose bei über das Internet verbreiteten Memes lässt sich in mehrerlei Hinsicht mit der Generierung semantischer Welten des Theaters in Verbindung setzen, scheint auch hier die performative Beziehung mehrerer Zeichenbenutzer im Hinblick auf ein Objekt sowie einen Code-spezifischen, interpretatorischen Aneignungsraum von zentraler Bedeutung. Neben einer differenzierten Analyse der ineinandergreifenden Zeichensysteme bedarf die produktive Anwendung semiotischer Ansätze im Bezug auf Memes v.a. der gezielten Identifizierung sozio-kultureller Prämissen und technisch-medialer Grundlagen.

–       Durch die Beschäftigung mit einem zentralen literarischen Text aus dem 18. Jhd. wurde das erste Mal der anvisierten Methode Rechnung getragen, gegenwärtige Phänomene im Vergleich zu früheren Entwicklungen zu kartographieren und somit das Verhältnis von Bedeutungsherstellung und ihren narrativ-medialen Mechaniken historisch zu kontextualisieren. Goethes „Leiden des jungen W“ schlugen kurz nach Erscheinen ein wie eine Bombe. Für einen kleinen, überwiegend jungen und schreibwütigen Teil innerhalb der kleindeutschen Gesellschaft des 18. Jhds., der Adornos Beschwörung „der vollends aufgeklärten Welt im Zeichen triumphalen Unheils“ als sich anschickende, alles domestizierende Herrschaftsvernunft bereits früh in den eigenen Gliedern spürte, wurde der Briefroman zum subkulturellen Gegenentwurf par excellence. Die wirkmächtig inszenierte Leidensgeschichte Werthers, welche über die gewählte Form alles daran setzt eine authentische Fiktion seelischer Wechselwirkungen heraus-zugeben, bespielt intratextuell das „soziale Medium“ der Zeit; den Brief. Über einen in dieser Form neu entstehenden Kommunikationskanal stürmen und drängen sowohl der Roman als Ganzes sowie einzelne Bedeutungspakete innerhalb des Texts in tausende individuelle Repertoire zur Beschreibung der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Die vielbemühte Klopstock-Episode steht dabei exemplarisch für den Transfer emotional grundierter Semiose-Szenarien, deren Rolle bei der Konstruktion von Identität und lässt sich mit Blick auf die Gegenwart in ihrer Wirkweise durchaus auch als Meme begreifen. Ein Meme allerdings, das auf anderen kulturellen und technologischen Voraussetzungen basiert.

–       Auch die Auseinandersetzung mit Diderots Encyclopédie setze sich zum Ziel Wissensarchive der Gegenwart historisch-komparatistisch mit strukturellen Vorformen in Verbindung zu bringen. Der „Kreis des Wissens“ der radikalen Aufklärer rückte den Menschen, samt Sinneseindrücken und die Reflektion derselben, gegenüber theologisch organisierten Erkenntnismodellen ins Zentrum. Eine alphabetische Anordnung der einzelnen Artikel und vor allem die intendierte Methode der Verknüpfung der jeweiligen Wissensgebiete aus Raison, Histoire und Imagination sollten den Rezipienten in die Lage versetzen, eigenständige und unabhängige Denkweisen der Welt zu entwickeln. Der utopischen Hoffnung, im Zeichen der Humanität alle Erkenntnisse und Erfahrungen für kommende Generationen „abzuspeichern“ sowie gezielt didaktisch zu inszenieren, steht die Wikipedia in nichts nach. Als ein von potentiell jedem mitgestaltbares Lexikon erweitert es die kühnsten Hoffnungen der Enzyklopädisten um den entscheidenden Aspekt, auch mit aktuellen Entwicklungen Schritt halten zu können. Allerdings treten neue Probleme auf den Plan, wie etwa Fragen nach Ursprung, Zuverlässigkeit und Überprüfbarkeit der stets modifizierbaren Informationen. Erst im Kontrast zum beeindruckenden Vorgänger aus dem Siècle des Lumièrs können Reflexionszonen diesbezüglich abgeschritten werden. Die Frage etwa, wie eine an naturwissenschaftlichen Standards und Formen ausgerichtete Enzyklopädie vom Instrument satirischer Inhalte mit gesellschaftskritischen Impetus Gebrauch machen darf, wurde durch die vergleichende Beschäftigung zum interessanten Unterschied zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

–       Mitter der 1990er Jahre erlebte die sog. Internetliteratur eine kurze Blütezeit. Das Potential multimedialer und hypertextueller, sprich nicht länger linearer Erzählverfahren, versprach eine gewaltige Erweiterung literarisch-ästhetischer Weltzugänge. Von einigen wenigen und nur selten über den Zeitpunkt ihrer Erscheinung hinaus an Bedeutung gewinnenden Netz-Text-Experimenten abgesehen, hinterlässt uns die vergleichsweise geringe Anzahl an Material ein unüberschaubares Konvolut an Termini, Definitionen und Theoremen. Diese zu sortieren, jene Konzepte auf ihre Anwendbarkeit und etwaiges Zukunftspotential bei der Genese literaturwissenschaftlicher Analyseinstrumente hin zu befragen sowie außerdem den Gründen des relativen Misserfolgs sog. Netzliteraturen nachzuspüren, war das Ziel im Umgang mit diesen, auf ihre digitale Rezeption hingeschriebenen Formaten.

–       Waren schon Texte, die im (Selbst-)Verständnis ihrer digital-medialen Verfasstheit hergestellt wurden, im Hinblick auf das sich daraus eventuell abzuleitende theoretische Instrumentarium tendenziell ernüchternd, so führte auch die Auseinandersetzung mit dem Thema E-Books und E-Publishing weniger zur Klärung als vielmehr zur Entstehung unzähliger neuer Fragekomplexe. Autorenschaft im Zeichen kollaborativer Produktionsweisen und komplexe Veränderungen der ökonomischen Spielregeln durch Social Media auf dem Buchmarkt markieren zwei ineinandergreifende Problemzonen. Die traditionelle Beziehung von Autor, Werk und Kritiker sieht sich immer unausweichlicher mit neuen Akteuren bei der Produktion und Rezeption literarischer Erzeugnisse konfrontiert. Längst bestimmen digital organisierte Fankulte Themen neuer Bücher. Die aktive Rezeption auf sozialen Plattformen wird zum wichtigen Indikator für Erfolg oder Misserfolg und markiert somit einerseits das Erwachen des aktiven Lesers im 21. Jahrhunderts, sieht sich aber auf der anderen Seite auch mit kultur-industriellen Verwertungspraktiken des empirisch immer genauer zu bestimmenden Konsumenten von Literatur konfrontiert. Ebenfalls zu diskutieren im Zusammenhang mit elektronischen Lesegeräten ist natürlich die Rolle der veränderten materiellen Verfasstheit des Jahrhunderte lang vergilbenden, riechenden und anfassbaren Texts. Inwieweit die elektronische Ausgabe die geistige Aufnahme beeinflusst, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt, gestützt auf gründliche Untersuchungen, noch nicht wissenschaftlich zu diskutieren.

–       Als interessante Wechselperspektive möchte ich hier nochmal auf den sich neu formierenden Untersuchungsansatz, den sog. Annotations, verweisen, welcher uns dankenswerterweise von dem Komparatisten Timo Stösser präsentiert wurde. Durch das Einbeziehen von digitalen Hilfsmitteln bei der metareflexiven „Bedeutungssuche“ in literarischen Texten wurde exemplarisch aufgezeigt, inwiefern neue technologische Instrumente für klassische Bereiche der Literaturwissenschaft produktiv werden können.

–       Ohne Zweifel stellen Filme generell und zunehmend speziell filmische Formate des Seriellen den Raum zur Verbreitung von Narrativen in der Gegenwart dar. Das Themenspektrum Internet und Film muss sich daher zunächst das Spannungsfeld von Text und Film vorknöpfen, wollen Aussagen über die erweiternde Beziehung von filmischen Inhalten und ihrer spezifischen Rezeption im Netz unter die Lupe genommen werden. Theorien der Intermedialität bilden dazu eine Grundlage. Konvergenzphänome und Fort- bzw. Weiterschreibungsszenarien sind hierbei mindestens so wirkmächtig, wie im Feld des Literarischen. Serien lassen sich gut mit zu Beginn des 20. Jhds. populären Fortsetzungsromanen vergleichen – beide orientieren sich stark an der Erfahrungswelt ihrer Rezipienten, beide distanzieren sich von traditionellen Erzählformaten innerhalb ihrer Gattung – sie unterscheiden sich allerdings aber auch deutlich durch ihren Verbreitungsradius. Serien lassen sich prinzipiell mühelos über das Internet rezipieren, sind somit weit über ihre Entstehungsorte hinaus bekannt und tragen dieser Tatsache beim kollektiven Herstellungsprozess offen Rechnung. Themen, Figuren und Settings des „Superzeichens“ orientieren sich längst an einer globalen Wahrgenommenheit, mag diese auch nach wie vor westlich dominiert sein. Wie genau diese neuen Umgebungsvariablen zu bestimmen sind und wie sie sich auf Narrationen und deren Verbreitung auswirken, gilt es noch zu untersuchen. Eine komparatistische Literaturwissenschaft hätte in ihrem Arsenal an theoretischen Überlegungen zu Übersetzung, Hybridisierung und Transgression einiges dazu beizutragen.

–       Eine Figurenkonfiguration, anhand derer sich ein solch glokalisierter Trend des Narrativen ablesen lässt und eventuell ebenfalls ein besseres Verständnis für die Rückgebundenheit von literarischen Typen an eine sozio-kulturelle und technische Umgebungswelt ermöglicht, ist der in zeitgenössischen Erzählformaten omnipräsente Nerd. Vom Comicbookguy bis zu Sheldon Cooper scheint die ambivalente Figur des Nerds eine ideale Projektionsfläche für gleichermaßen individualisierte und kollektive Hoffnungen sowie Ängste der Zeitgenossen abzugeben. Durch die Konfrontation mit einem einst extrem prominenten Figurentypus, dem Decadent, konnten wiederum Gemeinsamkeiten (Außenseitertum und Inselbegabung) sowie Unterschiede (Zukunftspessimusmus vs. Fortschrittsoptimismus, subjektive Ästhetisierung vs. objektive Vernaturwissenschaftlichung, usw.) herausgearbeitet werden. Anhand von Hanno Buddenbrook und Sheldon Cooper lassen sich des Weiteren diagnostische Spekulationen über die Verfasstheit der Gründerzeit bzw. der Netzgesellschaft anstellen. Letzterer verweist ostensiv erneut auf die neuen Distributionsreichweiten narrativer Elemente und rät – wie beinahe alle innerhalb des Seminars behandelten Gegenstandsbereiche – künftigen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit modernen Gesellschaften dringend zu interkulturellen, intermedialen und interdisziplinären Forschungsdesigns.

–       In ganz besonderem Maße gilt dies Diktum auch für den Bereich Internet und Popkultur. Medienkombination, Medienwechsel und intermediale Bezüge spielen für die glokale Bedeutungskonstruktion Pop-kultureller Inhalte eine solch dezidierte Rolle, dass ihnen mit klassischen Instrumenten aus der Literaturwissenschaft alleine längst nicht mehr beizukommen ist. Allerdings stellen gerade Pop-Lyrics die wohl meist rezipierte Form lyrischer Texte der Gegenwart dar und sind – ganz im Gegensatz zum oftmals ungeliebten Fachbereich in den Literaturwissenschaften unter Studierenden – wichtiger Indikator für die ungebrochene Wirkmächtigkeit der Lyrik in unserer Welt. Neben einer befruchtenden Rolle für ein besseres Verständnis der wohl variabelsten und weitverbreitetsten Literaturgattung, erweisen sich Pop-Songs aber vor allem auch als sozio-kulturelle Refelxionsfolie zeitgenössischer Weltanschauungen und -wahrnehmungen als reichhaltiger Fundus. Auch wenn in dieser Hinsicht erneut beileibe nicht alle Fragen geklärt werden konnten, so zeigte die Beschäftigung mit Pop-kulturellen Erzählkonfigurationen dennoch auf, dass sie als Archiv für eine kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Medienwandel und neuartigen Semioseprozessen äußerst ergiebig ist.

–       Unser vorerst letzter Zwischenstopp bei der Erkundung digital in Erscheinung tretender Narrativiken führte uns in die Welt der Streetart. Über einen kleinen Blick in die Entstehungsgeschichte der Kunstform lassen sich einige bedeutsame Begleiterscheinungen identifizieren (bspw. die Bedeutung von „beweglichen“ Leinwänden, intertextuellen Ambivalenzen, der Dekonstruktion von Räumen). Die (Be)Nutzung und (Zweck)Entfremdung urbaner Räume könnte unter einigen Gesichtspunkten analog zur intendierten Durchkreuzung der digitalen Codes im Internet, in Form von Hacking, betrachtet werden. Ob ein Zeichensystem sich mittels eigener semiotischer Codes letztlich stets reproduziert und damit festigt oder ob eine ästhetische Guerilla-Taktik zur substantiellen Herausforderung etablierter Zeichenwelten führen kann, lässt sich im Vergleich der Welten Streetart und „Web-Streetart“ zur hoch spannenden Diskussion entwickeln.

Fazit:

Eine etwaige Frustration bezüglich unzähliger Themenkomplexe, die innerhalb der Lehrveranstaltung nicht eindeutig mittels harter Thesen verortet werden konnten, kann ich teilweise nachvollziehen. Wie geht es jetzt von hier an weiter? Weitere Fragen, noch weniger Antworten? Vielleicht! Allerdings spiegelt das ernüchternde Fazit ironischerweise selbst die immer komplexer erscheinende Verfasstheit der Welt wieder. In Einzelstudien muss nun der Versuch unternommen werden Phänomene aus dem Feld der digitalisierten Narrative der Gegenwart behutsam herauszulösen, präzise aufgrund theoretischer Vorüberlegungen zu analysieren und letztlich wieder in ein Gesamtbild des Gegenstandbereichs einzupassen. Geistesgeschichtliche, gattungstheoretische, narratologische, medienwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche und Technologie-theoretische Ansätze könnten dabei helfen. Ein wissenschaftliches Bewusstsein für die Notwendigkeit interdisziplinärer Methoden und eines historisch-komparatistischen Vorgehens scheint dabei von zentraler Bedeutung.

Gerade komparatistisch geprägte Überlegungen und Konzepte erwiesen sich bei Fragen, z.B. nach dem Verhältnis von Autor und Rezipienten, Globalisierung und Lokalisierung, Übersetzungsprozessen sowie transmedialen und multimodalen Formen des Narrativen im Zeichen des Internets als äußerst produktiv. Der Versuch im Seminar immer wieder gezielt zeitgenössische Erzählszenarien, die zunehmend stark durch ihre digitale Vermittlung geprägt werden, kontrastiv mit früheren Vergleichsphänomenen in Bezug zu setzen (z.B. (Internet-)Memes schon in Goethes Werther?, Encylopédie und Wiki, Fortsetzungsromane und TV-Serien oder Nerds und Decadents) scheint mir zumindest eine Möglichkeit abzugeben, wie konkretere Erkenntnisse kontrastiv erzeugt werden können. Literaturwissenschaftliche Überlegungen erlangen so bestenfalls Relevanz bei der Beschreibung aktueller Realitäten und in „alten“ Literaturen „abgespeicherte“ Lebenswirklichkeiten können einerseits selbst neu begriffen sowie anderseits als Reflexionsbasis für ein besseres Verständnis der Gegenwart herangezogen werden. Wenn die gerade entstehenden Seminararbeiten weiterhin oder zumindest in Teilen auf diesem methodologischen Setting aufgebaut wären und zeitgenössische Entwicklungen, sozio-kulturelle, geistesgeschichtliche und technologische Praktiken somit historisch-vergleichend (diachron) und, ausgehend von einem weit-gefassten Narrations-Verständnis, interdisziplinär (synchron) beschreibbar würden, wäre das meines Erachtens ganz wunderbar!

Vielen Dank Euch allen für ein sehr spannendes und stets unterhaltsames Sommersemester!

Philipp Marquardt

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Street Art und das Internet

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Street Art entwickelte sich im Laufe der Zeit aus den, der Hip Hop-kultur entsprungenen Graffitis, welche Ende der 1960’er Jahre zur Verschönerung der maroden U-bahnsysteme in der Bronx dienten. Als erster Straßenkünstler, der den Grundstein für das „taggen“ (Signaturkürzel, welches das Pseudonym eines Writers darstellt. Tag (engl. tag ‚Markierung‘, ‚Etikett‘, ‚Schild‘)) legte, gillt bis heute Taki 183.

„Unter Street Art versteht man selbstautorisiert angebrachte Zeichen aller Art im urbanen Raum, die mit einem weiteren Personenkreis kommunizieren wollen. Die engere oder weitere Auffassung des Begriffes Street Art ist an deren kommerzielle Verwertbarkeit geknüpft. Im Gegensatz zu Graffiti überwiegt oft der Bildteil, nicht das kunstvolle Schreiben/Malen des eigenen Namens“ (Wikipedia)

Street Art gillt heute als eine Art kreative Kommunikationsform, die je nach Artist mit ihren vielen Messages variiert. Der Künstler Banksy arbeitet dabei zumeist auf zwei Ebenen, welche Realität und Fiktion miteinander verknüpfen. Daher erscheint es zumeist harmlos, jedoch bei näherer Analyse zeigt sich ein starkes Statement in Form von Kritik an Politik, Gesellschaft und Konsum.

Dabei dient das Netz als zusätzlicher Austellungsraum und Archiv für Street Art. Banksy gewann erst durch das Internet an großer Berühmtheit und konnte somit seine Messages mit der ganzen Welt teilen. Besonders Facebook spielt bei der Ausbreitung eine große Rolle. Seiten wie Street Art in Germany, Street Art saved my Life und Anonymous – Art of Revolution posten täglich neue Werke verschiedenster Künstler. Insbesondere letztere weißt stark auf die Probleme der Gesellschaft hin.

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Die Vermsichung von Street Art und Internet zeigt sich in Form von Konzeptionen, die erst im Netz an Bedeutung gewinnen. Street Art wird zum Prozess!

Nun stellt sich die Frage, ob nicht so manches Kunstwerk seine Bedeutung verliert oder an Bedeutung gewinnt, sobald es im Netz landet.

Sollte man das Verbreiten im Netz als Erweiterung oder als Einschränkung sehen?                      Verliert das Kunstwerk seine Aura?

Die Verbreitung im Netz birgt sowohl Vor- als auch Nachteile. Der Philosoph Walter Benjamin vertritt in seinem Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ die These, dass die Kunst und ihre Rezeption selbst, insbesondere durch die Entwicklung von Photographie und Film, einem Wandel unterworfen sind. Dies geschehe zum einen durch die Möglichkeit der massenhaften Reproduktion, zum anderen durch eine veränderte Abbildung der Wirklichkeit und damit einer veränderten kollektiven Wahrnehmung. Zudem verliere in diesen Prozessen das Kunstwerk seine Aura, was in der Folge wiederum die soziale Funktion der Medien verändere. Die durch die Reproduzierbarkeit entstehende kollektive Ästhetik biete zwar die Möglichkeit der Entwicklung hin zu gesellschaftlicher Emanzipation, berge aber auch die Gefahr der politischen Vereinnahmung.

Links von Interesse:

https://www.facebook.com/streetartsavemylife?fref=ts

https://www.facebook.com/StreetArtGermany?fref=ts

https://www.facebook.com/pages/Anonymous-ART-of-Revolution/362231420471759?fref=ts

http://blog.vandalog.com/   Street Art Blog

http://blublu.org/  Street Art als Prozess im Netz

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite, http://blublu.org/, http://www.youtube.com/?gl=DE&hl=de, http://blog.vandalog.com/

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Eingeordnet unter 11. Sitzung - 16.07.

Banksy & Co. – Entstehung der Pieces in bewegten Bildern

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Liebe Interessierte der Street Art (R)Evolution,

vorweg zum eigentlichen Blog möchte ich einen etwas tieferen und spannenden Einblick in die Welt der Street Art gewähren und euch die Entstehung kreativer Kommunikation etwas näher bringen. Die oben gezeigten Dokumentationen sind wärmstens zu empfehlen!

In „Banksy – Exit Through the Gift Shop“  macht sich der französische Ladenbesitzer Thierry Guetta auf, Banksy mit seiner Videokamera auf die Spur zu kommen. Doch Banksy dreht den Spieß um und filmt den Mann, der ihn filmen wollte. Der Künstler Banksy rückt ein wenig ins Licht, gibt interessante und erhellende Interviews und zeigt selbst die Entstehung und den Hintergrund seiner Kunstwerke. Außerdem wird hier insbesondere auf die Verbreitung im Netz und dessen Auswirkung auf die Kunst eingegangen. Eine spannende und amüsante Geschichte!

„UNLIKE U taucht in eine Szene ein, die für Außenstehende schlichtweg nicht nachvollziehbar ist.“ Dokumentiert wird hier die Welt der Trainwriter. Eine Dokumentation, die über 7 Jahre lange Arbeit in sich trägt. Eine eigentlich geschlossene Gesellschaft offenbart sich der Welt.

„Extrem verdeckt. Extrem kriminell. Extrem verboten.“

Viel Spaß dabei!

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Eingeordnet unter 11. Sitzung - 16.07.

Street Art einmal um die Welt

http://www.streetartutopia.com/

Reinschauen- tolle Kunst.

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Datenspionage und Edward Snowden

Hallo ihr Lieben,

das Thema hat ja auch nur am Rande mit dem Seminar zu tun, aber die beiden Artikel fand ich gerade interessant zu lesen. Um zu wissen, was die USA und UK eigentlich genau gemacht haben.

Eines ist ein Interview mit René Obermann, dem Vorstandsvorsitzenden der Telekom:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/2167711/

Und das Statement von Edward Snowden selbst von Freitag… Er sagt, dass er noch vor einiger Zeit die Kommunikation von jedem zu jeder Zeit lesen konnte… Oh Mann.

http://wikileaks.org/Statement-by-Edward-Snowden-to.html

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