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Film und Internet

Filme und Internet

Wie definiert man eine Serie? Welche Vorteile bietet das Konzept „Serie“? Was ist Quality-TV und welche Rolle Spielt bei all dem das Internet?

Die Grenzen zwischen den Medien scheinen mehr und mehr zu verschwimmen. Bücher sind längst nicht mehr auf ihr ursprüngliches Druckformat begrenzt, Smartphones ermöglichen es nicht an einen Computer gebunden zu sein um im Internet zu surfen und auch der Film beschränkt sich längst nicht mehr auf das altbekannte Fernsehgerät im Wohnzimmer. Ob man nun Kinofilme aus dem Internet auf dem TV Gerät sehen möchte oder Fernsehen im Internet spielt keine Rolle, alles ist möglich und die Grenzen zwischen den Medien scheinen sich aufzulösen.

Was ist eine Serie?

Bedienen wir uns hier des Internets so erhalten wir im Duden online zunächst einmal die Information, dass es sich bei einer Serie um „inhaltlich, thematisch zusammengehörende Folge von Sendungen, Veröffentlichungen von Büchern, Artikeln o. Ä. die in meist regelmäßigen Abständen erfolgen“ handelt. Und als Beispiel wird der Satz „Nächste Woche beginnt eine neue Serie“ genannt. (vgl.: http://www.duden.de/rechtschreibung/Serie)

Anders als ein Film also, wird eine Serie fortgesetzt und die Handlung und die Handlung erstreckt sich über mehrere Folgen.

Allerdings lässt sich dieses Konzept nicht nur im Fernsehen sondern auch schon im Groschenroman und ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Heftromanen wiederfinden. Sie waren einfach und unterhaltsam geschrieben und wurden eher der Trivialliteratur zugeordnet. Auch in Deutschland seinerzeit sehr bekannt sind zum Beispiel die Western Romanhefte der 50iger Jahre über den berühmten Bison Jäger Buffalo Bill. Durch diese Hefte wurden viele Klischees über den Wilden Westen verbreitet.

(Quelle: http://www.romanhefte-info.de/bilderweitere4/buffalobill_21_300.jpg)

TV Serien haben im Vergleich zu Druckformaten andere Möglichkeiten und Rahmen. Jens Wollig klassifiziert Serien nach formalen Kriterien wie der Anzahl der Folgen, Intensität der Verknüpfungen zwischen den Folgen und der Abgeschlossenheit der Serienhandlung und kommt dabei auf die Unterbegriffe Reihe, Miniserie, Episodenserie, Fortsetzungsserie und Endlosserie. Als Beispiel für eine Reihe wäre der Tatort zu nennen, die Serien hängen nicht zusammen und sind nur gering Verknüpft. Der Vierteiler „Die Schatzinsel“ ist durch die geringe Folgenanzahl und die starke Intensität der Verknüpfung zwischen den Folgen der Miniserie zuzuordnen wohingegen der Begriff der Episodenserie mehr Folgen (oft Staffeln) und eine weniger starke Verknüpfung der einzelnen Folgen umfasst. Die Fortsetzungsserien sind im Vergleich dazu sehr stark miteinander verknüpft (auch Zopfmuster genannt) und die Serienhandlung als Ganzes ist abgeschlossen. Zu guter Letzt wäre hier noch die Endlosserie zu nennen die sich durch eine sehr intensive Verknüpfung der einzelnen Folgen, die übrigens meist täglich ausgestrahlt werden, kennzeichnet. Beispiele hierfür wären GZSZ und die Lindenstraße.

Eine weitere Klassifizierung liefert der Amerikaner Robert J. Thompson der 1996 in seinem Buch „Television’s Second Golden Age: From HILL STREET BLUES to ER“ zwölf Merkmale für Qualitätsserien aufstellt.

  • Unterscheidung zwischen Episoden- und Qualitätsserien nach Thompson

Qualitätsserien…

    1. heben sich von etablierten Fernsehnormen ab
    2. werden von Künstlern gemacht
    3. sprechen ein gehobenes Publikum an
    4. haben niedrige Einschaltquoten
    5. haben ein großes Figuren-Ensemble, multiple Plots und stellen unterschiedliche Perspektiven dar
    6. haben ein Gedächtnis
    7. kombinieren bestehende Genres zu einem neuen
    8. sind literarisch und autorzentriert
    9. sind selbstreflexiv
    10. behandeln kontroverse Themen
    11. versuchen, realistisch zu sein
    12. werden hochgelobt

Die Rolle des Internets

In Bezug auf Qualitätsserien spielt auch das Internet eine wichtige Rolle, ein weiteres Kriterium der Qualitätsserie ist, dass sehr viel Mitgedacht werden muss. Die Möglichkeit Serien mehrmals oder verpasste Serien überhaupt anzusehen ist für Qualitätsserien unabdingbar. Im Vergleich zu Qualitätsserien dienen sogenannte Sitcoms eher der leichten Unterhaltung bei denen man nicht den Anschluss verliert falls eine Folge verpasst wird.

Generell ermöglicht das Internet die weltweite Rezeption von Serien. Inzwischen fallen häufig sogar die konventionellen Medien als Sprungbrett zum Internet weg, und Serien werden nicht mehr im Fernsehen entdeckt und online weiterverfolgt, sondern gezielt im Netz, häufig in der Originalsprache gesehen.

Warum funktionieren Serien oftmals so gut?

Ein großer Vorteil an Serien ist, dass man die einzelnen Charaktere nachdem sie anfangs vorgestellt wurden über mehrere Folgen hinweg erhalten bleiben. Der Zuschauer kann also über mehrere Folgen hinweg eine Beziehung zu ihnen aufbauen und Freud und Leid teilen. Die psychologische Probleme eines Charakters können tiefer ausgeleuchtet werden und dadurch Interesse und intensive Identifikation hervorrufen. Es findet also eine stärkere Bindung des Konsumenten an ein Produkt statt. Eine Serie im neuzeitlichen Sinn überschreitet die medialen Grenzen oftmals. (Bsp.: nachträgliches Buch zur Serie „The Bro Code“ zu How I met your Mother.

Distributionsmöglichkeiten im Internet

  • Peer-to-Peer-Netzwerke (P2P)

  • TV over IP
  • FTP (File Transfer Protocol)
  • Video / TV on demand
  • Dominanz von urheberrechtlich geschützten Inhalten
  • Unterschied zu Web 2.0-Angeboten ist, dass diese von vornherein zum Mitmachen konzipiert wurden

Serien können „second frame/indirekten Serial Frame“ müssen „direkten Serial Frame haben“

Direkter Frame: Episodentitel, Intro, Rückblick (Previously on…), Outro, Vorschau auf die nächste Folge (Next week on…)  nicht alle Elemente müssen zwingend vorhanden sein

Indirekter Serial Frame: –für den Rezipienten optional, Rezipient kann aktiv eingebunden werden, Möglichkeit narratologischer Erweiterung o. Mitgestaltung (Umfragen im Internet wie Serien ausgehen soll)

Bsps. Für indir. Serial Frame:

-Videos von Schauspielern die selbst Kommentare zu best. Serien abgeben,

-Simpsons Vorletzte Folge fragt wer „Lindas“ (?) neue Frau werden soll  Zuschauer haben entschieden,

-Zusatzmaterial auf DVD

– Webisode (nichts was man braucht um Serie zu verfolgen/verstehen

– Apps die Hintergrundinfo zu Serie liefern

Jump the Shark“

  • Begriff kommt aus amerikanischer Serie „happy days“, Folge in der jmd. mit Schere über Hai springt,
  • Bezeichnet den Zeitpunkt ab dem eine Serie abbaut/ an Qualität verliert

Film und Internet – über das Seminar hinaus

Kunst und Film gehören in vielerlei Hinsicht zusammen. Auch hier gibt es gute und schlechte Kunst. Filme die verschiedenen Geschmäckern gerecht werden, und jeweils auf bestimmte Zielgruppen abzielen. Der Unterschied zu anderen „Kunstrichtungen“ ist vielleicht auch die, das bei einem Film nicht nur ein Künstler vom „Fach“ am Werk ist, sondern viele verschiedene Künstler von verschiedenen Bereichen der Kunst. Es fängt meist bei dem Buchautor an, der das schriftliche Werk („Fundament“) liefert. Ein zweiter Autor überarbeitet das Stück/ Buch/ Roman etc. dann soweit, dass es Filmreif ist. Der Regisseur, die Schauspieler, die Kameramänner (Ton, Bild etc.) und auch die Städte, die die Drehorte freigeben erfüllen alle ihre Aufgabe zum Kunstwerk. So entsteht ein Kunstwerk „Film“ mithilfe von ganz vielen Kunstformen und Künstlern.

Doch der Film hat zudem noch eine weitere entscheidende Rolle. Er wird überwiegend nicht nur produziert um Kunst zu erschaffen, sondern um auch Geld zu verdienen. Bei klassischen Gemälden oder Skulpturen z.B. ist dies nicht immer der Fall- da man zu Beginn nie weiß wie es sich „verkauft“.

Der Film zielt mit der Absicht schon darauf ab, was gerade modern und im Trend ist, was ankommen kann bei der Masse und was ein richtiger „Kassenschlager“ werden würde.

Nur leider zieht die Zeit der Schnelllebigkeit und des Internets massive Belastungen der Filmbranche mit sich.

Die Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Hamburg führten eine Studie durch, die die Verluste der Filmindustrie auflistet und berechnet hat. Noch nie gab es so viele illegale Downloads und Raubkopien wie in der heutigen Zeit. Der Schaden schlägt sich drastisch auf die Kinogeschäfte, den DVD- Verleih und Verkauf nieder. Kinos hätten laut den Berechnungen der Universitäten im Jahr 2005 94 Millionen Euro mehr Gewinn erzielen können. Das Videotheken- Geschäft könnte mit rund 28 Millionen Euro im Jahr ohne Raubkopien etc. mehr Verdienst machen. 2005 wären es für die Produktionsstudios 71 Millionen Euro mehr Verdienst gewesen durch den Verkauf von DVDs.

Man könnte natürlich fast meinen, dass die Filmindustrie ja ohnehin nicht schlecht Gewinn erbringe, und den „Verlust“ verkraftet noch ja. Doch egal wie viel Verdienst gerechtfertigt wäre und wie viel nicht, das liegt nicht im Urteil des Konsumenten. Denn jeder der einen Film schaut ob im Kino, daheim oder am Laptop, der nutzt in diesen Minuten das Kunstwerk eines (bzw. mehreren) Künstlers (Künstlern). Und wenn dieser die Bedingung stellt, dafür zu zahlen, muss das akzeptiert werden. Es steckt nicht nur viel Arbeit in der Produktion, sondern auch viel Geld.

Das Internet gestaltet die Sache nicht einfacher. Durch die hohe Anonymität im Netz ist es beinahe jedem möglich, sich alles anzusehen wann er/ sie es möchte. Und wer es eben nicht weiß, kennt mindestens einen Bekannten oder Bekannte, die eine “Sicherheitskopie” zu verschenken hat.

Die Filmindustrie versucht dem natürlich entgegen zu wirken mit edlichen Kampagnen und Hinweisen auf DVDs und/ oder im Kino. Durch die schnelle Verbreitung von gerade erst erschienenen Kinofilmen im Internet, ist die Filmbranche dazu gezwungen, Filme so früh als möglich, als DVD zu veröffentlichen. Das ist auch dank der neuen Technik möglich.

Aber auch einige Vorteile sind in der Beziehung von Film und Internet zu entdecken. Menschen sind nicht mehr zeitgebunden am Fernseher gefesselt, wenn man eine bestimmte Serie sehen möchte. Dank den Webseiten der Fernsehsender (z.B. RTL NOW) ist es möglich, bestimmte Serien, Filme und Live Shows auch nachträglich anzuschauen und das völlig legal und kostenfrei. Eine weitere Möglichkeit liefern die Sender, mit einem kleinen Aufpreis weitere Filme etc. anzuschauen. Zudem gibt es auch viele Portale und Anbieter, die Online DVDs verleihen und Filme für ein einmaliges Anschauen freischalten (z.B. Maxdome), gegen Gebühren. Die Filmindustrie zieht nach und rüstet sich, den Konsumenten ein schlechtes Gewissen zum Thema illegale Raubkopien einzubläuen und es ihm gleichermaßen so bequem als möglich zu gestalten, legal an den „Stoff“ zu kommen. Zukünftige Studien und Veröffentlichungen werden zeigen, ob dieser technische und strategische Umbruch Wirkung zeigt.

Rechtliche Konsequenzen

Natürlich bleibt das ganze nicht unbestraft. ZU Beginn der „Raubkopierer Welle“ wurden hauptsächlich Personen zurückverfolgt, die dies zum gewerblichen Verdienst nutzten. Nachdem das Ausmaß dann nach und nach der Filmindustrie bewusst wurde machte diese natürlich Druck beim Staat. So kommen immer mehr Privatpersonen mit Eigenbedarf ins Visier der zahlreichen Ermittlungen der Polizei. Kopien und Verletzungen von Urheberrechten bei Privatpersonen werden mit einer Geldstrafe bis hin zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet. Vermehrung von Film- (&Musik-) -material zu kommerziellen Zwecken werden sogar mit bis zu fünf Jahren bestraft. In den letzten Jahren treten immer mehr Fälle in die Öffentlichkeit, die die Masse davon abhalten sollen, Urheberrechte in jeglicher Form zu verletzten.

Auf dieser Seite findet ihr einen interessanten Kurzfilm zum Thema:

www.no-copy.org/abspielen.html

(Geschichte der Raubkopien)

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Eingeordnet unter 08. Sitzung - 25.06.

Street Art einmal um die Welt

http://www.streetartutopia.com/

Reinschauen- tolle Kunst.

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Eingeordnet unter 11. Sitzung - 16.07.