Archiv der Kategorie: 01. Sitzung – 30.04.

about:kate

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Hier noch ein interessantes Projekt zum Thema Identitätsverlust im digitalen Zeitalter. About:Kate ist eine Kooperation von Arte und Ulmen.tv. Hauptfigur ist Kate Harff, die dank medialer Überflutung und übermäßiger Facebook Nutzung, vergessen hat, wer sie ist. Klingt erstmal nach einer ganz gewöhnlichen Serie, ist es aber nicht, da der Teufel ja bekanntlich im Detail steckt.

Das Konzept ist, dass jeder mitmachen und in den Verlauf der Serie eingreifen kann. Das geschieht dadurch, dass man sich mit der Hauptfigur Kate auf Facebook anfreunden kann, eigene Videos usw. einsenden kann. Das Ganze zeigt sich dann auch als Art crossmedialer und intertextueller Flickenteppich, an dem sich zeigt, wie die Grenzen zwischen Autor (z.B. Regisseur, Produzent, Drehbuchautor) und Rezipient verschwimmen und wie die sich die mediale Überflutung des Internets in unserem „digitalen Zeitalter“ auf das Individuum auswirkt. Man kann auf der Homepage auch die einzelnen Folgen als Therapiesitzungen erleben, sozusagen gleichzeitig mit Kate.

Außerdem ist das Ganze auch ziemlich unterhaltsam!

http://kate.arte.tv/de/

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Lesen und Literatur im digitalen Zeitalter

Roland Barthes unterscheidet zwischen Text und Werk. Das Werk ist dabei das haptische Buch, welches dem Autor zugeordnet ist. Man kann es sehen und anfassen und Werke werden oft als Konsumgut gehandhabt. Der Text dagegen ist losgelöst vom Autor und Werk er kann zerpflückt werden.

Das Buch im Internet: Digitalisierte Bücher lassen sich in den Bereich des Werkes einordnen. Es gibt jedoch auch Werke bei denen der Autor an Relevanz verliert. Im Internet haben Leser leichter die Möglichkeit mit den Autoren in Kontakt zu treten und eigene Ideen und Wünsche einzubringen.Im Raum des Internets scheint Schrift ihren Wert zu verlieren.

Im Internet entwickeln und verbreiten sich Texte schneller, als der Name des jeweiligen Autors und die Personen die Texte online stellen, sind nicht unbedingt die Autoren. Diese Entwicklung zerschlägt Theorien, die besagen das Leben des Autors sei wichtig für das Verständnis des Textes.

Texte lösen Diskurse und Arbeitsvorgänge aus. Überall sind Text aufzufinden und in sie lassen sich keine Gattung einteilen. Text ist ein Gewebe aus Codes die anonym und wandelbar sind.

Was macht jedoch das Internetgedächtnis aus Texten?

Im Internet bietet sich jedem leicht die Möglichkeit einen Text zu kommentieren. Ein Kommentar der in einem Forum steht lässt sich jedoch nicht so einfach wieder entfernen. Das Geschriebene ist da und lässt sich wiederholt lesen und ist leicht zu kopieren.

Bei diesen Diskussionen kann es leicht passieren, dass die ursprüngliche Bedeutung eines Textes verloren geht, der Text entwickelt sich weiter da jeder anders liest.

Im Internet gibt es kein gesprochenes Wort. Alles verläuft schriftlich, jedes Wort ist damit bereits Text. Auch Filme und Bilder sind Texte. Um die Weitläufigkeit dieses Textbegriffs einzuschränken kann man vielleicht zwischen Sachtexten und literarischen Texten differenzieren.

Im weiteren wird auf Wolfgang Isers Lesevorgang Bezug genommen. Bei ihm ist das literarische Werk ein virtueller Ort der beim Lesen entsteht. Das Lesen erfordert die Imagination des Lesers. Er spricht von zwei verschiedenen Polen, den künstlerischen Pol der beim Autor liegt und den ästhetischen der beim Leser liegt. Die Fantasie des Lesers wird jedoch vom Text reguliert. Beim lesen zeigt jeder Satz bereits auf etwas hin beim Leser wird eine Erwartung erzeugt die mit dem nächsten Satz entweder bestätigt oder gebrochen wird.

Ein Text hat jedoch auch Leerstellen die den Text lebendig machen und dem Leser verschiedene Realisationen und Interpretationen ermöglichen. Lesen ist nicht nur bei jedem Leser verschieden es ist auch bei jedem Lesegang etwas neues.

In unserem heutigen Sprachgebrauch wird mit dem Verb »lesen« in der Regel das Bewusste lesen eines Buches oder einer Zeitung bezeichnet. Wenn im Internet gelesen wird, wird dies oft nicht bewusst als Lesen wahrgenommen. Beim Lesen im Internet wird ständig auf weiterführende Texte verwiesen, was dazu führt, dass der Leser ständig neue Texte beginnt, ohne jedoch den vorigen Text zu beenden.

Ein Stück weit geht damit der Begriff Lesen wieder zurück zu seiner ursprünglichen Bedeutung, wonach Lesen mehr im Sinne von verstreut herumliegendes aufnehmen und zusammenzutragen verwendet wurde, was im heutigen Sprachgebrauch meist als auflesen bezeichnet wird. Danach entspricht das Lesen im Internet viel mehr dem ursprünglichen Begriff als es zunächst den Anschein hat.

Ein kleiner Exkurs zum Leseverhalten, demnach ist es egal in welcher Reihenfolge Buchstaben stehen solange der erste und der letzte Buchstabe richtig positioniert sind.

„Luat enier sidtue an eienr elgnhcsien uvrsnäiett, ist es eagl in wcheler rhnfgeeloie die bstuchbaen in eniem wrot snid. das eniizg whictgie ist, dsas der etrse und der lztete bstuchbae am rtigeichn paltz snid. der rset knan tatol deiuranchnedr sien und man knan es ienrmomch onhe porbelm lseen. das legit daarn, dsas wir nhcit jeedn bstuchbaen aeilln lseen, srednon das wrot als gzanes.“

(http://www.akrue.privat.t-online.de/dumm61.htm)

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