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N E R D

Nerds, Geeks, Dekadenten. Diese Begriffe bezeichnen  Personen, die, auf die ein oder andere Weise anders sind als andere! Dabei bezeichnen sie aber nicht den selben Typ sondern weisen jeweils kleinere Unterschiede auf

 

Der Nerd beispielsweise ist ein „sehr intelligenter, aber sozial isolierter Computerfan.“ Er sitzt, so das Klischee, ständig vor dem Computer. (Duden)

Nerds gibt es schon immer, nur wurden sie früher eher als Sonderling bezeichnet. Die Bezeichnung Nerd entstand erst gegen Ende der 80er und Beginn der 90er Jahre. Woher das Wort direkt stammt ist nicht ganz klar. Es gibt aber zwei besonders beliebte Interpretationsansätz. Zum einen wird behauptet, dass es sich aus dem englischen Wort „drunk“ entwickelt hat, indem man dieses einfach rückwärts (knurd) verwendet und leicht modifiziert hat. Zum anderen wird gesagt, dass es sich aus den Anfangsbuchstaben von „Non Emotionally Responding Dude“ zusammensetzt.

Besonders beliebt waren Nerds in amerikanischen Fernsehserien der 90er Jahre.

Wer erinnert sich nicht an Steve Urkel aus „Alle unter einem Dach“ oder den Comicbook guy Jeff Albertson von den Simpsons.

Aber auch heute sind „Nerds“ häufig in Serien vertreten. Egal ob in Sitcoms wie „The Big Bang Theory“ (hier finden sich sogar mehrere, verschiedene Nerstypen, verschiednster Nationen und Geschlechter.) oder in Krimi Serien wie Criminal Minds, Numbers, Monk und vielen mehr.

Während sie früher meist die eigentliche Person hinter Superhelden waren (siehe Clark Kent und Superman oder Peter Parker und Spiderman), sind sie heut meist die eigentliche Hauptfigur einer Serie.

Am bekanntesten ist sicher „The Big Bang Theory“. Hier finden sich auch weibliche Nerds.

Weibliche Nerds sind eher die Ausnahme von der Regel. Da man sie aber nicht kategorisch ausschließen darf, sollten sie auch hier erwähnt werden.

Dadurch hat sich das Bild eines Nerds in der Gesellschaft deutlich verändert. Während vor 2-5 Jahren ein Nerd noch eine eher negative Bezeichnung war, bezeichnen sich heutzutage viele Menschen als Nerd oder fassen es zumindest nicht mehr als Beleidigung auf als Nerd bezeichnet zu werden. Dies ist vor allem dem sogenannten Mode-Nerd zu verdanken, wie er in TV Serien auftritt. Natürlich lassen sich hierbei noch soziale als auch regionale Unterschiede finden. Nicht überall ist der Nerd gleich angesehen!

Auf die Frage was ist ein Nerd, bekommt man meist die selbe Antwort: ein blasser, dünner Mensch, meist männlich, mit Brill, der den ganzen Tag vor dem Computer sitzt! Viele bezeichnen ihn als Weichei und Außenseiter mit mangelnder Körperhygiene.

Aber ist das wirklich wahr?

Was dem Nerd unbenommen sei, ist sein Interesse und großes Wissen in einem bestimmten Bereich, mit dem sich andere Leute nur am Rande beschäftigen. Deshalb wirkt er auf andere Menschen oft befremdlich. Sein Auftreten ist meist nicht besonders modisch, häufig wird gesagt, er habe die Klamotten aus dem Kleiderschrank der Großeltern genommen.

Das Nerd aber auch ein Erfolgsmodell sein kann, zeigen Beispiele wie Bill Gates, Mark Zuckerberg oder Steve Jobs, die dadurch viel Geld verdient haben. Nicht zuletzt durch sie wurde das Nerdtum eher zu einer Rolle geworden.

Wer noch ein paar mehr (eher spaßig gemeinte) Definitionen für Nerd möchte, kann gerne mal hier schauen:

http://www.blafasel.org/~floh/nerd.html

Der Geek [giːk] (engl. umgangssprachlich für Streber, Stubengelehrter) bezeichnet heute allgemein eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktionalen Themen auszeichnet, die üblicherweise elektronischer oder phantastischer Natur sind. Seiner Herkunft nach bezog sich der Begriff ursprünglich auf Menschen, die durch absonderliche Taten auffällig waren (vgl. Freak). (Wikipedia)

Weitere Definitionsansätze sehen Geeks als eine abfällige Bezeichnung für jemanden mit schwachen sozialen Fähigkeiten, häufig in Verbindung mit hoher Intelligenz (ähnlich wie beim Nerd). Außerdem bezeichnet das Wort Personen, die sich gerne mit Technologie, Computern und neuen Medien beschäftigen. Häufig werden Geeks deshalb auch mit Hackern auf eine Stufe gestellt. Das hören Geeks allerdings nur ungern, da sie nicht mit illegalen Aktivitäten wie dem Hacken in Verbindung gebracht werden wollen. Geeks sind aber auch Personen, die sich bevorzugt, in gewisser Weise obsessiv und kritisch mit Themen auseinandersetzen, die abseits des Mainstreams stehen. Dies unterscheidet den Geek in der Hauptsache vom Nerd.

Seit 1990 wird in den USA am 13. Juli der „Sei-stolz-darauf-,-ein-Geek-zu-sein-Tag“ (“Embrace Your Geekness Day”) gefeiert. Somit muss Geek sein nicht unbedingt etwas schlechtes sein.

Als letzter Typ bleibt nun noch der Dekadente.

Er ist ein Sonderling, den hauptsächlich sein Untergangsbewusstsein auszeichnet. Er hat Probleme damit, sich selbst mit der Welt in Einklang zu bringen und erschafft sich dadurch seine eigene Realität die meist im Gegensatz zur Wirklichkeit steht.

Ein Beispiel für eine solche, dekadente Persönlichkeit wäre unter anderem Hanno Buddenbrook in Thomas Manns „Die Buddenbrooks“.

Dekadenz geht immer einher mit Verfall. Dabei ist es erst mal egal ob kulturell oder körperlich. Im Falle von Hanno Buddenbrook ist es der körperliche Verfall, weshalb er auch früh verstirbt. Auch seine Zwiegespaltenheit und depressiven Züge passen wunderbar in dieses Bild. Er ist ein Liebhaber des Theaters. Darum fällt es ihm umso leichter, sich die für den Dekadenten typische, eigene Realität zu bilden.

Was dem Nerd und dem Dekadenten gemein ist, ist die Tatsache, dass sie beide Außenseiter sind. Auch die Flucht aus der realen Welt ist bei beiden sehr ähnlich.

Unter dem Aspekt des körperlichen Verfalls betrachtet zeigt auch Sheldon von Big Bang Theory dekadente Züge. So sind ihm beispielsweise Berührungen seiner Freundin Amy ein Kraus.

Zudem neigt Sheldon zu Hypochondrie. Ein weiteres Zeichen seines körperlichen Verfalls.

Es gibt allerdings auch Gründe die dagegen sprechen, dass Sheldon ein Dekadent ist. So lebt er beispielsweise nicht im Untergangsbewusstsein. Er hat zwar Pläne für alle möglichen und unmöglichen Ereignisse, wie beispielsweise eine Alieninvasion (hier kann sich nun jeder selbst überlegen ob er es zu den möglichen oder unmöglichen Ereignissen zählt), ist aber ansonsten eher zukunftsoptimistisch eingestellt und macht auch konkrete Pläne für die Zukunft (er will zum Beispiel noch einen Nobelpreis bekommen).

Somit liegt es näher, Sheldon zu den Nerds als zu den Dekadenten zu zählen.

Wer jetzt selbst mal schauen will, wie viel Nerd in ihm steckt, hier noch ein Nerd-Test: http://quiz.sueddeutsche.de/quiz/2081640131-nerd-test

Wenn du allerdings eher denkst du bist ein Geek, kannst du hier herausfinden ob du damit richtig liegst: http://www.innergeek.us/deutsch.html

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